Gesetzliche oder private Krankenversicherung?Sie wissen nicht, ob gesetzliche oder private Krankenversicherung?

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen und geben Tipps.

Gesetzlich oder privat versichern?

Nicht immer ist man automatisch gesetzlich versichert, vor allem Menschen mit einem höheren Einkommen stehen häufig vor der Frage, ob sich eine private Krankenversicherung lohnen würde oder ob eine gesetzliche Krankenversicherung ausreichend ist. Bevor man sich für einen Wechsel entscheidet, sollte man jedoch einige Kriterien beachten, denn nicht jeder kann sich privat versichern und gegebenenfalls kann man sich, je nach Lebensumständen, durch einen Wechsel sogar verschlechtern. Vor allem wer Vorerkrankungen mitbringt, kann mit einer privaten Krankenversicherung schnell im Nachteil sein und höhere Beiträge zahlen. Umso wichtiger ist es, sich umfassende Informationen über beide Arten der Versicherung einzuholen.

Für wen ist eine private Krankenversicherung möglich?

Generell kann sich erstmal jeder Beamte und jeder Selbstständig für eine private Krankenversicherung entscheiden. Für Arbeitnehmer, die gesetzlich versichert ist, ist ein Wechsel in die PKV nur dann möglich, wenn sie über ein Einkommen verfügen, das die momentane Versicherungspflichtgrenze übersteigt, diese liegt bei 47 250 Euro pro Jahr. Für die Zukunft ist geplant, dass auch Menschen die vor einiger Zeit schonmal privat versichert waren oder aber freiwillig versichert sind zu bestimmten Bedingungen in die PKV wechseln können. Voraussichtlich ist dann jedoch nur ein Basistarif möglich, der im Rahmen des Höchstbeitrages der gesetzlichen Krankenversicherung von 500 Euro im Monat liegen muss. Zudem werden bei diesem Tarif die Beiträge ausschließlich nach dem Eintrittsalter und nach Geschlecht unterschieden. Auch Menschen mit Vorerkrankungen können diesen Tarif nutzen, da eine Gesundheitsprüfung in diesem Fall nicht vorgesehen ist.

Wann lohnt sich ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung?

Profitieren können von der privaten Krankenversicherung vor allem Singles oder aber Menschen, die zwar in einer Partnerschaft leben, aber doppelt verdienen. Trotzdem lässt sich nicht für jeden Single oder Doppelverdiener pauschal die PKV empfehlen, da es in der Regel von mehreren Faktoren abhängt und individuell entschieden werden muss, ob die Leistungen der PKV tatsächlich ausreichend oder besser als die der GKV sind. Der Nachteil der gesetzlichen Krankenkassen ist, dass diese die Möglichkeit haben einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten einfordern können. Für den Fall, dass das Geld aus dem Gesundheitsfond nicht ausreicht, können sie dies durch die Erhöhung der Beiträge ausgleichen, während private Krankenkassen diese Möglichkeit nicht haben. Die Vorteile der GKV liegen dafür eindeutig in den Krankenzusatzversicherungen. Während man als Privatpatient erstmal nur grundversorgt ist und für jede Zusatzleistung, wie zum Beispiel ein Ein-Bett-Zimmer oder eine Chefarztbehandlung, zusätzliche Beiträge zahlen muss, die unter Umständen sehr hoch sein können, sind bei der gesetzlichen Versicherung für diese Art der Leistungen zwar auch weitere Zusatzversicherungen nötig, die jedoch um Einiges günstiger sind. Die Höhe der Beiträge bei der PKV hängt außerdem wiederum von dem Gesundheitszustand des Versicherten ab, sodass man hier genau abwägen sollte, welche Versicherung sich besser eignet. Wer jedoch keine Vorerkrankungen und keine psychischen Probleme vorzuweisen hat, der kann gegebenenfalls bei der PKV bessere Leistungen für die gleichen Beiträge bekommen.

Vergleich der Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen richten ihre Mitgliedsbeiträge nach dem Bruttoeinkommen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand des Versicherten. In der Regel übernimmt der Arbeitgeber zudem auch etwa die Häflte des Beitrags des Arbeitnehmers, während dieser jedoch zusätzlich 0,9 % vom Bruttolohn zu zahlen hat. Bei der GKV erfolgt die Abrechnung nach dem Sachleistungsprinzip, sodass der Versicherte keine Vorleistung erbringen muss, da die Kosten im Falle einer Behandlung direkt mit der Krankenkasse verrechnet werden und nicht mit dem Versicherten selbst.
Anders als bei der GKV ist das Einkommen bei den normalen Tarifen der privaten Krankenversicherung in Bezug auf die Beitragshöhe nicht von Bedeutung. Hier richten sich die Beiträge nach Geschlecht Alter und vor allem nach dem Gesundheitszustand. Jemand mit Vorerkrankungen oder psychischen Problemen zahlt entsprechend höhere Beiträge als jemand der gesund ist. Auch bei der PKV zahlt der Arbeitgeber bis zu 50 % der Summe. Basistarife können dagegen unabhängig vom Gesundheitszustand des Versicherten abgeschlossen werden, die Beträge verändern sich dadurch nicht. Zudem darf der Basistarif nicht mehr kosten als die Höchstbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Abrechnung. Im Falle einer ambulanten Behandlung erhält der Versicherte eine Rechnung die er selbst begleichen muss. Die PKV erstattet die Kosten erst nachträglich, wenn der Versicherte die Rechnung einreicht, er muss also zunächst eine Vorleistung erbringen. Stationäre Behandlungen werden, wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung auch, direkt mit der PKV abgerechnet.